Sind die Zertifikate offiziell?
Ja. Sie sind offiziell von uns ausgestellt. Das klingt nach Amtsstube, Stempelgerät und einer Person, die beim Wort Formular innerlich aufblüht. Tatsächlich heißt es nur: Wir haben sie gemacht, wir stehen drauf, und niemand im Kultusministerium musste dafür seinen Kaffee abstellen.
Kurzfassung
Offiziell heißt: von uns. Nicht vom Staat.
Ein Wir buchen ab Zertifikat ist eine Bescheinigung aus unserem kleinen Maschinenraum der dokumentierten Fehlentscheidung. Es ist keine staatliche Urkunde, kein IHK-Prüfungszeugnis, kein TÜV-Personenzertifikat und auch kein Bildungsabschluss, der bei der Personalabteilung die Kaffeemaschine anhält.
Das Dokument bestätigt nicht, dass du eine Kompetenz erworben hast. Es bestätigt, dass du Mitglied warst, bezahlt hast und dafür ein PDF bekommst, das mehr Würde ausstrahlt, als die Entscheidung verdient.
Duden
Das Wort ist breiter als unser Geschäftsmodell.
„[amtliche] Bescheinigung, Beglaubigung“; „Zeugnis über eine abgelegte Prüfung; Diplom“
Definition
Ein Zertifikat kann viel sein. Unseres kann sehr wenig.
Genau darin liegt die sprachliche Falle: Das Wort Zertifikat klingt sofort nach Abschluss, Qualifikation, Prüfung und jemandem mit Klemmbrett. Der Duden lässt diesen Bedeutungsraum tatsächlich offen. Er kennt die Bescheinigung, aber auch das Zeugnis über eine abgelegte Prüfung.
Unsere Zertifikate sind deshalb bewusst klar formuliert: Sie bescheinigen Mitgliedschaft, Laufzeit, Meilenstein und Betrag. Sie bescheinigen nicht, dass du jetzt beruflich mehr darfst, wissenschaftlich tiefer blickst oder beim Wort „Compliance“ weniger müde wirst.
Anerkennung
Was passiert, wenn du es vorlegst?
Beim Arbeitgeber kann alles passieren: respektvolles Schweigen, ein langes Blinzeln oder die Frage, ob das wirklich in die Personalakte soll. Wir garantieren keine Anerkennung. Wir garantieren nur, dass die Unterhaltung danach schwer zurück in die Tube geht.
Die IHK Hannover trennt sauber zwischen Teilnahmebescheinigung, IHK-Zertifikat und Prüfungszeugnis. Selbst ein IHK-Zertifikat ist dort ausdrücklich kein berufsqualifizierender Nachweis. Unser Zertifikat ist noch mehrere Etagen darunter, aber wenigstens mit offenem Schild im Treppenhaus.
Vergleich
Was unser Zertifikat nicht ist.
Kein öffentlich-rechtliches Prüfungszeugnis.
Kein Nachweis über erworbene Fachkompetenz.
Kein Personenzertifikat nach standardisierten Verfahren.
Kein Titel, keine Berufsbezeichnung, kein akademisches Nebenprodukt.
Kein Dokument, mit dem man beim Kultusministerium ohne Termin Begeisterung auslöst.
LG Bonn
Wenn Zertifikate zu viel versprechen, wird es ernst.
Das Landgericht Bonn hatte 2017 einen Fall auf dem Tisch, in dem Zertifikate für staatlich geprüfte Techniker eine Art „State-certified Engineer“-Außenwirkung bekamen. Das Gericht sah darin eine „irreführende geschäftliche Handlung“ und schrieb, der Verkehr werde „in mehrerer Hinsicht in die Irre“ geführt. Juristisch trocken, inhaltlich sehr deutlich: Ein Zertifikat darf nicht so tun, als sei es ein Türöffner mit Amtsgeruch, wenn dahinter nur ein sehr selbstbewusst bedrucktes Blatt steht.
Das ist für uns die rote Warnlampe mit Aktenzeichen. Unsere Zertifikate sollen nicht flüstern: „Zeig mich deiner Personalabteilung, ich kann was.“ Sie sollen rufen: „Dieser Mensch hat freiwillig Geld für dokumentierte Sinnlosigkeit ausgegeben.“ Das ist weniger karrierefördernd, aber deutlich sauberer und verursacht beim Kultusministerium vermutlich weniger Muskelzucken.
Deshalb steht bei uns nicht Prüfung, Abschluss, Qualifikation oder berufliche Befähigung drauf. Es steht Mitgliedschaft, Laufzeit, Meilenstein und Betrag drauf. Also genau das, was passiert ist. Leider.
BGH
Bei Gütesiegeln erwartet der Verkehr mehr als Deko.
Der Bundesgerichtshof hat bei Gütesiegeln und Prüfzeichen den Erwartungsmaßstab schön unromantisch beschrieben: Der Verkehr erwartet dahinter einen „neutralen Dritten mit entsprechender Kompetenz“. Also nicht den Anbieter selbst, der sich morgens im Spiegel zunickt und ruft: geprüft, bestanden, sehr seriös.
Genau deshalb sind unsere Zertifikate keine Gütesiegel und keine Prüfzeichen. Wir sind nicht der neutrale Dritte. Wir sind der sehr parteiische Erste, der dir das PDF ausstellt, nachdem dein Konto mitgespielt hat. Das ist transparent, aber nicht TÜV. Eher TÜV im Sinne von: Tolle Urkunde, völlig freiwillig.
Faustregel
Je offizieller es klingt, desto klarer muss es sein.
Unsere Zertifikate sind offiziell von uns, aber nicht amtlich, nicht berufsqualifizierend und nicht von neutralen Dritten geprüft. Sie sind der sauber beschriftete Pokal fürs Mitmachen bei einer Abbuchungsidee.
Fundstellen
Für den amtlichen Beigeschmack.
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Die kurze Version dieser Antwort und alle anderen Fragen stehen weiterhin in der FAQ-Übersicht.